Landesregierung schränkt Freiheit der Landwirte ein
Schulze Föcking kritisiert neue Ökologisierung der Landwirtschaft

Düsseldorf/Kreis Steinfurt. Während im Vorfeld der Entscheidung über die Zulässigkeit des Nachtragshaushaltes 2010 die Landesregierung von politischen Entscheidungen weitgehend Abstand genommen hat, macht Landwirtschaftsminister Remmel Nägel mit Köpfen.
So verkündete der Minister vor wenigen Tagen, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb zukünftig 10% seiner Flächen als ökologische Vorrangflächen ausweisen muss. Im Ergebnis bedeutet das, dass jeder Landwirte 10% seiner Nutzfläche verliert und damit auch Einkommen.
Nach Auffassung der heimischen Abgeordneten und Agrarexpertin Schulze Föcking (CDU) ist dies nicht hinnehmbar. Zum einen seien Landwirte auf jeden Euro angewiesen, um sich, ihren Hof und die Angestellten wirtschaftlich halten zu können. Zum anderen aber stelle sich angesichts dieser Forderung die Frage nach der Ernährungssicherheit. So stünden für jeden Einwohner der Erde immer weniger Ackerflächen zur Verfügung. Seien es 1960 noch 4.300 qm pro Kopf gewesen, waren es 2005 nur noch 2.200 qm pro Kopf.
Hinzu komme die Tatsache, dass auf immer mehr Ackerflächen Biotreibstoffe angebaut würden. Das reduziere die Fläche, die für die Lebensmittelproduktion benötigt werde nochmals.
Auf Kritik und Unverständnis stößt zudem die Ankündigung des Ministers, dass sich große und mittlere Betriebe zukünftig regelmäßig einem Klimacheck unterziehen müssen.
Es sei unverständlich, dass einige Betriebe von vorneherein dem Verdacht ausgesetzt werden, sie seien schädlicher als andere. In Wahrheit sei dies nur ein Mittel, um die dem Minister missbeliebigen Betriebe zu sanktionieren.

10.03.11

 

 
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