Gibt es den Landarzt bald nur noch im Fernsehen?

Die ärztliche Versorgung im Münsterland ist zur Zeit noch recht gut aufgestellt, doch die Voraussetzung für eine weitere, gute Entwicklung müssen schon jetzt gelegt werden.

Zu einem Diskussionsabend mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zum Thema ärztliche Versorgung im ländlichen Raum hatte der CDU-Bezirksagrarausschuss Münsterland am Mittwochabend nach Havixbeck eingeladen, und mehr als 100 Gäste folgten der Einladung. Christina Schulze Föcking, Vorsitzende des CDU-Bezirksagrarausschusses begrüßte die Zuhörer, stellte die Arbeit des Gremiums im vergangenen Jahr vor und umriss das Thema, an dem der Ausschuss inzwischen seit einem Jahr arbeitet.

Der Vorstand des Bezirksagrarausschusse Münsterland mit Minister Karl-Josef Laumann MdL (6. v.r.)

Minister Laumann erläuterte die Strukturen des Gesundheitswesens und die besonderen Aspekte, die für das Münsterland bedeutsam sind: Der Anteil der gesetzlich versicherten Patienten ist überdurchschnittlich hoch, etwa ein Drittel der 882 Hausärzte ist über 55 Jahre alt und die Arbeitsbelastung gerade der Hausärzte ist häufig sehr hoch. Das Vergütungssystem wird nicht gesetzlich festgelegt, sondern die Kassenärztlichen Vereinigungen entscheiden über die Höhe der Budgets und die Zuweisung von Mitteln.

Das Münsterland hat aktuell insgesamt 100 Prozent Versorgungsquote, der Kreis Borken zeigt mit 90 Prozent erste Mängel. Schlimmer sehe es jedoch in einigen Gegenden des Sauerlandes aus, wo örtlich akute Versorgungsprobleme auftreten. Bei der weiteren Entwicklung, so Laumann, müsse immer berücksichtigt werden, dass die Ausbildung zum Mediziner zehn Jahre dauert und inzwischen zwei Drittel der Studenten Frauen sind. Insofern müsse die Politik Möglichkeiten schaffen, dass einerseits die Niederlassung auf dem Land attraktiv ist, und die Arbeitsbedingungen auch mit dem Lebensentwurf der jungen Menschen vereinbar sei. Dazu gehöre insbesondere, dass Familie und Beruf für junge Ärztinnen vereinbar sein müssen.

Auch die demografische Entwicklung mit einem höheren Anteil von Senioren, so Laumann, macht in der Zukunft eine leistungsfähige hausärztliche Versorgung wichtig: Wenn der letzte Lebensabschnitt in der Familie möglich sein soll, sei der Hausbesuch eine zentrale medizinische Leistung, die dem Arzt auch angemessen vergütet werden müsse. Die letzte Gesundheitsreform erlaube im übrigen, Ärzte in unterversorgten Gebieten besser zu bezahlen.

Dem Referat schloss sich eine lebhafte und interessierte Diskussion an, in der sowohl die zahlreichen Ärzte als auch die übrigen Teilnehmer des Diskussionsabends viele Fragen zum System und seinen Perspektiven beantwortet bekamen.

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Pressebericht aus dem Lokalteil Havixbeck, Westfälische Nachrichten PDF-Dokument lesen

22.01.09

 

 
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